Moi

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Traumhafte Aussichten

Montag, 29. August 2011

Das Schuljahr hat begonnen

Das neue Schuljahr ist nun seit einer Woche voll im Gange und endlich ist wieder Leben in der Schule und der Wohnung.

Vor gut 2 Wochen kamen die anderen 6 Assistenten und es gab eine Schuljahres-Vorbereitungswoche, in der wir uns viel über die Schüler informiert haben, es gab einen 1. Hilfekurs, einen Brandschutzlehrgang und ein Seminar zur möglichst rückenschonenden Arbeit. Leider zählte zu der Woche auch das Putzen von allen Räumen, aber das hat ja jetzt ein Ende. Wir Assistenten wurden in Gruppen geteilt, die verschiedene Dinge geplant haben. Ich war mit verantwortlich Äste zu zersägen und daraus Türnamenschilder zu basteln und Namenschilder für die ersten Tage zu basteln, damit sich die Frage "Wer bist du und in welche Linie gehst du?" nicht jeder 100Mal anhören muss.
Am Sonntag kamen dann endlich die Schüler und es gab ein großes Willkommensfest und ein leckeres Willkommensessen.
Die erste Woche bestand zum größten Teil aus Kennenlernen. Da gab es eine Tour durch den Wald mit Nachmittag am Wasser, mit diversen Angeboten wie Kajak oder Wasserski fahren, Bogenschießen und, und, und. Es war wirklich schön!

Dieses Jahr haben wir 10 Schüler mehr als letztes Jahr und gleich ist der Essensaal super voll und es gibt immernoch jeden Tag Schüler, wo ich mir sicher bin, sie noch nie gesehen zu haben, obwohl ich am Willkommensag alle Namenschilder ausgehändigt habe. Naja, so ist das eben, wenn etwas neu anfängt.

Mit meiner Arbeit bin ich sehr zufrieden. Ich bin in den Linien Sport und Allround, genau die, die ich mir gewünscht hatte. Beide sind sehr vielseitig und bieten viel Möglichkeit, neue Dinge kennenzulernen. Die Arbeit im Internat ist zwar teilweise sehr stressig, aber schon nach einer Woche kann ich sagen, dass ich etwas Routine bekommen habe.

Ende der Woche steht ein Abenteuertripp mit Übernachtung an. Da gibt es Klettergärten, Rafting und vieles, vieles mehr, ich bin sehr gespannt!

Samstag, 23. Juli 2011

Einmal Nordseerute und zurück

Die letzten 11 Tage habe ich zusammen mit meinem Mitfreiwilligen Jonas eine Radtour von Stavanger nach Bergen gemacht. Dabei sind wir Größtenteils auf Europas längster Radroute gefahren. Die Nordsjøruta (Nordseerute oder Radweg 1) ist 6.000 km lang und führt einmal um die Nordsee.


Los ging es am Monat mit dem Zug nach Stavanger, wo wir auch unsere erste Nacht auf einem Fußballplatz verbracht haben, da die Rute sehr, sehr schlecht ausgeschildert ist und in Stavanger praktisch überall ist.

Wir haben uns das sogenannte "Jedermannsrecht" zunutzen gemacht, was es Jedem erlaut, eine Nacht überall zu campen. Bei privatem Gelände sollte man jedoch vorher fragen.

In der Internetbeschreibung stand, dass es eine angenehme Radrunde mit leichten Hügeln ist. Nun habe ich jedoch schnell gelernt, dass leichte Hügel in Norwegen größtenteils alles andere als das sind, aber was wäre das Leben ohne Herausforderungen. Es war jedoch regelmäßig deprimirend, wenn wir uns wie 2 Packesel im Schritttempo einen Berg hochqälten und dann leicht wie eine Feder ein Norweger mit seinem Rennrad an uns vorbeipreschte.


Wärend denn 11 Tagen hatten wir nur 2 Tage Regen und sogar in Bergen, der Regen reichsten Stadt Norwegens, mit ganzen 60 Tagen ohne Niederschlag im Jahr, schien für uns die Sonne. So konnten wir viel Pause machen und die Natur genießen und bewundern. Da war ein Spatzenvater, der mit viel Fürsorge sein Kleines füttert, eine Qualle, die sich verfangen hat und die man befreit, eine Schnecke, die sich einen Pilz schmecken lässt, toll gestalltete Briefkästen und viel, viel schöne Landschaft.



Bei Regen saßen wir in einer Busshaltestelle und haben auf den netten Norweger mit Pick-Up gewartet, der uns zuuufällig mit nach Bergen nehmen wollen würde. Es kam aber leider keiner und so mussten wir doch weiter mit dem Rad. Am 2. Regentag hatten wir das Glück, an einem wirklich liebevollen Campingplatz vorbei zu kommen, den wir uns auch leisten konnten. Da habe ich die beste Dusche genommen, seit ich in Norwegen bin. Normaler Weise kostet ein Campingplatz für 2 Personen für 1 Nacht ca.18 €

2 Tage früher als gedacht, kamen wir in Bergen an. Diese Stadt ist wirklich niedlich. Keine Hochhäuser, die das Panorama verunschönen sondern viele hübsche kleine Ein- oder Mehrfamilienhäuser, hübsch angelegte Seen und Parks und vorallem: viel Platz. Leider ist diese Stadt völlig Touristen-überlaufen. Überall standen die riesen Reisebusse und da wir auch noch die Fahrräder und Gepäck dabei hatten, konnten wir kaum durch die Gässchen bummeln.
Sehr unangehem ist mir aufgefallen, dass es unglaublich viele Menschen gibt, die die Tauben und Möwen füttern. Die Tiere haben überhaupt keine Scheu vor dem Menschen und sind so fett, dass sie kaum noch fliegen können. Vorallem gibt es so unbeschrieblich viele von diesen Tieren.





Mir wurde auch wieder einmal sehr doll bewusst, wie viel Geld die Norweger haben. Da sitzten Mittags um 12 die Leute in ihrer Jacht und schlürfen Sekt, die Pubs, Bars etc. sind dauervoll und die Halbstarken mit ihren "super" Autos fahren den halben Tag in ihrem Auto im Kreis und fühlen sich toll. Die Norweger gebe mir immer mehr Rätsel mit ihrer Kultur.

Aber wie alles, geht auch ein Urlaub zuende und so sind wir gestern Nachmittag mit einer Fähre zurück nach Stavanger und dann weiter mit dem Zug nach Moi.


Der super ober Hammer war jedoch auf der Fähre: Kurt Nilsen ist mit der gleichen Fähre gefahren, wie wir. Superstars zum Anfassen praktisch. Der absolute Wahnsinn=)

Samstag, 9. Juli 2011

(Un-)Eigenarten und Sommerarbeit

Die ersten 3 von 5 Wochen Sommerarbeit sind vorbei und der Urlaub steht kurz bevor. Grund genug, kurz etwas über meine Arbeit zu schreiben und nebenbei ein paar Eigenarten der Norweger zu erläutern.

Ich weiß nich, ob es daran liegt, dass ich ein Mädchen bin oder nicht. Zumindest sollte ich die ganzen 3 Wochen für das Internat arbeiten. Mein Tag bestand also größtenteils aus Toiletten/Duschen putzen und Räume putzen. Da sind wir schon bei mehreren Eigenarten der Norwegern. Beim Räume putzen wurde peinlich genau auf Sauberkeit geachtet. Dazu zählt auch, dass Wände und Decken geschrubbt werden. Ja genau, es werden Wände gewaschen. Dazu hat (zumindest auf Lundheim) jede Stelle der Wand entweder Fliesen oder abwaschbare Tapete. Also habe ich mit einem Malerrollenähnlichem Lappen die Wände gewaschen.
Beim Toiletten putzten war es nicht anders, da musste auch 2x am Tag die Lampe abgestaubt werden. Sehr hilfreich ist, wenn man keine Lust auf Klos putzen hat, einfach die Tür aufzumachen und zu schauen, ob das Licht noch aus ist. Als gut erzogenes Kind, weiß ich nämlich, dass man das Licht aus macht, wenn man einen Raum verlässt. In Norwegen ist der Strom jedoch so billig, dass immer und überall das Licht brennt. Egal, ob man 2 Wochen im Urlaub ist, oder nicht. Es gibt aber wie bei jeder Regel auch Ausnahmen und so muss das Bad doch geputzt werden, owohl das Licht (noch) aus ist.

Wenn ich mal nicht Klos geputzt, habe ich dem Hausmeister geholfen und dann habe ich Rasen gemäht oder Hecken geschnitten.

Wie zu viel billigen Strom, scheinen dir Norweger sowieso von allem viel zu viel und reichlich zu haben. Aber vorallem haben sie zu viel Geld. Das ist wirklich erstaunlich, was für ein Verbrauch ein Norweger an Elektrozeug habt. Es scheint,sie könnten sich alles leisten. Das stimmt natürlich nicht, der Norden des Landes ist sogar verhältnismäßig arm. Aber mir bleibt regelmäßig der Mund offen stehen, was sie sich alles leisten können.

Zum Lunch (kaltes 2. Frühstück) gibt es immer von der Schule selbst gebackenes Brot. Das besteht zu 70% aus Luft und schmeckt irgendwie immer gleich. Eine unglaubliche Uneigenart der Norweger ist, dass sie zu allem und auf allem Majonaise essen. Daran habe ich mich leider viel zu schnell gewöhnt. Sehr beliebt ist auch, Ketchup auf alles drauf zu machen,obwohl noch gar nicht probiert wurde. Dieses Phänomen findet man sowohl bei Jung, als auch bei Alt.

Was wirklich positiv hervorzuheben ist, dass die unglaublich viele Natur sehr, sehr sauber ist. Es liegt nirgendwo Müll rum oder so etwas. Jedoch wird den Norwegern nachgesagt, das sie mit der vielen Natur nicht umgehen können. Das hat sich für mich bestätigt, als ich vor einigen Tagen gelesen habe, dass es Politiker gibt, die Kernkraftwerke befürworten. Dabei werden 90% der Energie mit Wasserkraft erzeugt. Das ist noch ausbaufähig!

Sehr sympatisch finde ich, dass (zumindest in ländlichen Regionen) nicht so viel Wert auf das ab- und zuschließen von Eigentum gelegt wird. Man kann ohne weiteres ein Fahrrad eine Woche irgendwo stehen lassen und wenn man wieder kommt, steht es noch genau an der selben stelle. Wir haben einen Lehrer an der Schule, der seit 20 Jahren sein Auto nicht abschließt und sein Schlüssel im Auto liegen lässt, weil er Angst hat ihn zu verlieren. Es ist noch nie etwas passiert... Ich vermute, dass es zum Teil an der Gutgläubigkeit der Menschen liegt und/oder daran, dass sich alle alles leisten können oder es schon haben.

Ein sehr sympatisches Völkchen, diese Norweger! Ein Glück, dass ich hier gelandet bin!

Mittwoch, 8. Juni 2011

Über die Folkehøgskole

Nun möchte ich die Gelegenheit nutzen, etwas über das Prinzip einer fhs zu schreiben. Sie ist, wie schon erwähnt, nicht mit einer weiterführenden Schule in Deutschland zu vergleichen.
Es gibt keinen Lehrplan, keine Prüfungen und kaum Leistungsdruck auf die Schüler. Die Schüler haben viel Zeit und Möglichkeiten, eigene kleine Projekte zu machen, sich auszuprobieren und über sich hinaus zu wachsen. Fächer wie Mathe oder Sprachen gibt es hier nicht. Lediglich die ausländischen Schüler bekommen 2x die Woche Norwegischunterricht vom Direktor persönlich.

Jeder Schüler wählt 2 Linien (Fächer), die dann jeweils 3 Tage die Woche, je 3 Stunden unterrichtet werden. Da gibt es zum Beispiel Glá Mat (Kochen), Media, Global Perspektiv (sie planen Reisen und verreisen dann auch, z.B. 4 Wochen Kenia), Allround (Klassen für Schüler mit Beeinträchtigung), Fotografie oder Theater. Langeweile kommt trotz des "wenigen" Unterrichts nicht auf, denn es gibt noch Kultur und Religionsunterricht. Außerdem muss jeder Schüler 2 von 3 Nachmittagswahlfächern im Jahr besuchen, die alle 3 Monate wechseln. Da gibt es zum Beispiel Canoing, Töpfern, Naturdokumentation, Bogenschießen, Brettspiele und vieles mehr.
Es gibt aus Samstagsunterricht, den alle Schüler gemeinsam besuchen. Das ist dann eine Art Vortrag über bestimmte Themen.

Jeden Morgen, außer Sonntags, gibt es eine Morgensammling (Morgenversammlung), bei der alle Schüler anwesend sein müssen. Da werden Dinge besprochen, die für den Tag anstehen und kleine Motivationspräsentationen gehalten. Es gibt auch immer ein Lied der Woche, welches zum Abschluss jeder Morgensammling gesungen wird.

Vor dem Mittag wird ein Tischgebet gesungen und noch mal auf Veranstalltungen am Nachmittag hingewiesen. Es ist wirklich toll, wie viele Schüler Ideen und Vorschläge für den Nachmittag haben, was auch sehr gut von allen angenommen wird.

Die Lundheim fhs ist eine mehrfach integrative Schule, wir haben Schüler mit körperlicher und teilweise geistiger Behinderung und ausländische Schüler. Für alle Schüler, aber besonders für die Schüler mit Beeinträchtigung, gibt es das Internat. Sie helfen beim Zimmer säubern, duschen, Toilettengang, zu Bett gehen und bei vielen Kleinen Dingen.
Die Schule ist komplett Behinderten gerecht und hat sehr viele großzügige (Fach-)Räume.

Jedes Jahr gibt es 8 Assistenten. 2 ASF-Freiwillige und meistens 6 Schüler vom letzten Schuljahr. Jeder Assistent ist in 2 Linien eingeteilt. Außerdem gibt es einen 3 Wochenplan für die Arbeit im Internat. Die Assitenten führen auch einen Kiosk( ein Wägelchen, mit dem wir durch die Schule fahren und Süßkram an die Schüler verkaufen).

Sommerferien auf Lundheim

Zur Zeit sind Sommerferien auf Lundheim und ich genieße meinen Urlaub.
Letzte Woche kam hoher Besuch aus Deutschland: Meine Familie!
Wir haben uns viel herumgetrieben. Unter anderem waren wir in Stavanger, Flekkefjord, auf der Nase (natürlich, sie ist ja DAS Highlight in Moi), im Moi-Museeum und haben uns viel schöne Natur angesehen. Natürlich haben wir auch meinen Geburtstag nachgefeiert, nachdem die eigentliche Party etwas missglückt ist.


Aber der Urlaub ist auch mal vorbei und danach stehe ich dem Hausmeister und den Internatsfrauen, die in den Ferien als Putzkräfte arbeiten, zur Verfügung. Dann darf ich Rasenmähen, Wänder streichen, Bäder und Fußböden schrubben und allerlei Kleinkram erledigen. Das wird sicher eine spannende Zeit. Denn eigentlich haben diese Aufgaben nicht wirklich etwas mit meinen Aufgaben als Friedensarbeiter zu tun.
Es ist der Schule und ASF jedoch wichtig, dass die Freiwilligen, die an einer folkehøgskole arbeiten, einen Teil des letzten Schuljahres miterleben, um das Prinzip einer solchen Schule zu verstehen. Sie ist nämlich keines fals mit einer weiterführenden Schule in Deutschland zu vergleichen!



Nachdem das Schuljahr zuende war und bevor alle anderen Assistenten nach Hause gefahren sind, mussten wir alle Zimmer in jeder hintersten Ecke putzen. Das war eine wirklich harte Arbeit und ich war froh, wenn ich nach 6,5 Stunden 3 Zimmer sauber hatte. Man glaubt gar nicht, worauf die Leute in der Schule alles achten!: Wände gewaschen?, Gardienenstangen bis ins hinterste Eck abgestaubt? Kleinste Schrauben am Waschbecken gebohnert?

Donnerstag, 19. Mai 2011

17. Mai- Nationalfeiertag

Am Dienstag war norwegischer Nationalfeiertag!

Am 17.5.1814 haben die Norweger ihre Unabhängikeit von Dänemark erlangt. Mit einer eigenen Verfassung, die durch Prinz Christian Frederik erreicht wurde. Er wurde Norwegens erster König Trat jedoch nach gut einem halben Jahr zurück und verließ das Land.

Dieser Tag wird in ganz Norwegen unglaublich groß gefeiert. Viele Frauen und Mädchen tragen Bunads (Norwegische Trachten, jede Region hat eigene Muster), Männer laufen in schicken Anzügen rum und überall sieht man Norwegen-Flaggen. Überall sieht man glückliche Leute und überall hört man "Jeg elsker dette Landet" ("Ich liebe dieses Land"). Das ist auch die Anfangszeile der norwgischen Nationalhymmne.




In Oslo findet die größte Feier statt, mit einer riesigen Militärparade vor dem Schloß. Es ist auch Tradition, dass einge Schulklassen und besonders die Abiturabgänger (Russ) am Schloß vorbei laufen. Die Königin und der König schauen sich alles vom Balkon des Schloßes an.


In Moi hatten wir auch einen Umzug, bei dem seit langem auch wieder die Lundheimschule vertreten war.


Freitag, 13. Mai 2011

Das Schuljahr ist zu Ende

Heute war der letzte Schultag auf Lundheim!

Die ganze letzte Woche war eine große Verabschiedung.
Es gab ein Fußballturnier, wo Schüler gegen Lehrer gespielt haben und die Schüler "leider" mit 6:5 gewonnen haben und damit die Siegesreihe der Lehrer von 7 Jahren durchbrochen haben.



Es wurden die Zimmer sauber gemacht, was bei einigen Schülern mehr als schwierig war. Mit den Allround-Klassen war ich Eis essen in Moi und wir haben viele Bilder und Videos von dem Schuljahr gesehen.

Heute war der Abschlusstag und fast alle Eltern sind gekommen, um sich die Programmpunkte anzugucken. Es war ein rundum gelungener Tag, mit vielen Tränen.